Archiv für Leserbriefe

Leserbrief zum Flyer der K + S AG

Sieht man die Bemühungen von Kali +Salz uns Bürgern Argumente für ihre geplante Umweltverschmutzung zu geben, so mache ich mir als Bürger Gedanken, für wie blöd man uns seitens K+S hält. Was würde man sagen, wenn heute die Automobilindustrie argumentierte, „Vollgas ist doch besser als Gas wegnehmen, da eine gleichmässige Belastung für unsere Umwelt verträglicher ist ..….“ oder, die Brauereien postulierten „jeden Tag besoffen ist doch besser als unregelmäßiges Trinken, damit unser Körper nicht den Schwankungen und Strapazen eines nüchternen Daseins ausgesetzt ist“…… Da dies, neben der obligaten Androhung des Verlustes von Arbeitsplätzen eines der wichtigsten Argumente von K+S für die Salzeinleitung und somit einer über Jahrhunderte währenden Umweltverschmutzung zu sein scheint, hoffe ich, dass alle Betroffenen merken, welche Wertschätzung unsere Region und ihre Bürger bei K+S genießen.

Dass man es bei Kali + Salz auch nicht so genau nimmt oder vielleicht nicht genau nehmen will, sieht man darin, dass die Belastung der Werra in Eschwege nur mit ca. 1200 mg/l Chlorid geschätzt wird. Angesichts der Millionengewinne könnte man ja erwarten, dass es doch verlässliche und objektive Messungen geben müsste….. oder ist K+S das Geld zuschade, weil die Kontrollbehörden ja doch alles glauben? Wie kommt es, dass die Fischereigenossenschaft erst kürzlich in Hann. Münden einen Chloridwert von ca. 6.000 mg/l gemessen hat….Sagt man uns wirklich die Wahrheit?… Was wird uns noch an Umweltsünden verschwiegen oder geschönt…? Drückt die Salzlauge durch die Verpressung in das Dolomitgestein nun bei uns schon unkontrolliert und diffus an die Oberfläche und gelangt in unser Trinkwasser? Was passiert, wenn der Plattendolomit in wenigen Jahren keine Salzlauge mehr aufnimmt, so wie K+S schon im Prospekt ankündigt? Kommen dann noch einmal einige Millionen Kubikmeter Salzlauge auf Werra und Weser zu?

Anstatt nach den beginnenden Bürgerprotesten entlang Werra und Weser sich Gedanken über Alternativen zur geplanten billigsten Entsorgungsvariante zu machen, versucht man in der gewohnten konzerntypischer Argumentation und einem Hochglanzprospekt nur die Interessen und Gewinne des Konzerns zu sichern. Unsere verantwortlichen Politiker sollten gerade diesen Versuch von K+S zum Anlass nehmen, der derzeit landesüblichen Volksverdummung der Industrie (Gas, Benzin, Energie, Strom u.v.m…) entgegen zu treten, sich den Protesten der Bürger anzuschließen und sich jetzt erst recht massivst und absehbar für eine saubere Werra im Werratal einzusetzen. Das Erfreulichste an dem Hochglanzprospekt aber ist, dass nun viel mehr Menschen wissen was K+S vorhat und jeder Mensch mit einem gesunden Menschenverstand weiß, dass es nicht gut ist über 700 Jahre Salz in einen Süßwasserfluß zu kippen.

Stefan Heuckeroth-Hartmann

Leserbrief zum Artikel HNA (Hessen) „Werra soll nicht salziger werden“

Auch durch die von K + S verbreitete „Schnapsglastheorie“, 0,04 l Salzlauge kämen ja nur hinzu, kann die Tatsache nicht verwischt werden, dass der schon jetzt am meisten versalzene Fluss Europas, durch zusätzliche 500.00- 700.000 m³ pro Jahr Salzlauge eine noch schlechtere Wasserqualität führen würde und das über 700 – 1000 Jahre.

Und es ist schon interessant, mit welcher Selbstsicherheit K+S behauptet, dass die Landesregierung das Projekt Salzpipeline befürworte. Hat nicht unlängst der Hessische Umweltminister Dietzel gemeinsam mit seinem Kollegen Sander aus Niedersachsen öffentlich bekannt, dass man eine Herabsetzung des Salzgehalts in der Werra anstrebe? Und hat der hessische Umweltminister nicht gesagt, dass noch eine Prüfung der Alternativen und eine Abwägung der verschiedenen Interessen ausstehe?

Woher weiß K+S also jetzt schon, wohl noch vor der verantwortlichen Landesregierung selbst – zumindest ist eine solch öffentliche Äußerung der Landesregierung nicht bekannt -, dass kein Weg an der Pipeline vorbeiführt? Heißt das denn: es sind schon „Nägel mit Köpfen“ in Wiesbaden gemacht worden, bevor das Planungsverfahren überhaupt begonnen hat? Hat dieses Planungsverfahren denn lediglich deklaratorischen Charakter, oder besser: soll das Planungsverfahren nur noch die Bevölkerung beruhigen und den Schein wahren, der Staat nehme seine Aufgaben pflichtgemäß wahr? Leben wir etwa in einer „Bananenrepublik“?

K+S hat bislang lediglich eine jederzeit widerrufliche Genehmigung aus dem Jahr 2003, Salzabwässer bis zu einer Konzentration von 2500 mg/l Chlorid und 90 Grad Gesamthärte (erst seit dem Jahr 2003) in die Werra einzuleiten. Das bedeutet, dass K+S keinesfalls länger als bis zum 31.12.2012 unternehmerische Planungen hinsichtlich der Salzeinleitung in die Werra vorgenommen haben kann und darf. Außerdem weiß K+S aus dem Erlaubnisbescheid von 2003, dass die Genehmigung jederzeit widerruflich ist. Hat sich darüber hinaus laut den Recherchen von Peter Arnold K+S im Rahmen des Bund-Länder Abkommens von 1992 und Ergebnisvermerk in Verbindung mit dem Kalifusionsvertrag von 1993 nicht zudem verpflichtet, den ursprünglichen ökologischen Zustand der Werra schrittweise wieder herzustellen und hierfür mehre 100 Millionen EUR Fördergelder erhalten? Und sieht der Kalifusionsvertrag von 1993 nicht sogar eine Rückzahlungsverpflichtung von Fördergeldern an die Treuhandgesellschaft vor, falls K+S diesen Verpflichtungen nicht nachkommt? Kann sich da K+S und das RP überhaupt auf alte Rechte aus dem Jahr 1942 berufen?

Insofern ist es wieder einmal bezeichnend, dass mit einer Schadensersatzklage gedroht wird, obwohl K+S überhaupt nicht auf eine Genehmigung über den 31.12.2003 hinaus vertrauen kann und darf. Einer solchen Schadensersatzklage, insbesondere wenn lediglich die Genehmigung im Jahr 2013 nicht wieder erteilt werden sollte, könnte das Land Hessen sicher gelassen entgegensehen.

Frank Hix

Vorsitzender der Bürgerinitiative Rettet die Werra

Leserbrief zum Flyer der K + S AG

Sieht man die Bemühungen von Kali +Salz uns Bürgern Argumente für ihre geplante Umweltverschmutzung zu geben, so mache ich mir als Bürger Gedanken, für wie blöd man uns seitens K+S hält. Was würde man sagen, wenn heute die Automobilindustrie argumentierte, „Vollgas ist doch besser als Gas wegnehmen, da eine gleichmässige Belastung für unsere Umwelt verträglicher ist ..….“ oder, die Brauereien postulierten „jeden Tag besoffen ist doch besser als unregelmäßiges Trinken, damit unser Körper nicht den Schwankungen und Strapazen eines nüchternen Daseins ausgesetzt ist“…… Da dies, neben der obligaten Androhung des Verlustes von Arbeitsplätzen eines der wichtigsten Argumente von K+S für die Salzeinleitung und somit einer über Jahrhunderte währenden Umweltverschmutzung zu sein scheint, hoffe ich, dass alle Betroffenen merken, welche Wertschätzung unsere Region und ihre Bürger bei K+S genießen.

Dass man es bei Kali + Salz auch nicht so genau nimmt oder vielleicht nicht genau nehmen will, sieht man darin, dass die Belastung der Werra in Eschwege nur mit ca. 1200 mg/l Chlorid geschätzt wird. Angesichts der Millionengewinne könnte man ja erwarten, dass es doch verlässliche und objektive Messungen geben müsste….. oder ist K+S das Geld zuschade, weil die Kontrollbehörden ja doch alles glauben? Wie kommt es, dass die Fischereigenossenschaft erst kürzlich in Hann. Münden einen Chloridwert von ca. 6.000 mg/l gemessen hat….Sagt man uns wirklich die Wahrheit?… Was wird uns noch an Umweltsünden verschwiegen oder geschönt…? Drückt die Salzlauge durch die Verpressung in das Dolomitgestein nun bei uns schon unkontrolliert und diffus an die Oberfläche und gelangt in unser Trinkwasser? Was passiert, wenn der Plattendolomit in wenigen Jahren keine Salzlauge mehr aufnimmt, so wie K+S schon im Prospekt ankündigt? Kommen dann noch einmal einige Millionen Kubikmeter Salzlauge auf Werra und Weser zu?

Anstatt nach den beginnenden Bürgerprotesten entlang Werra und Weser sich Gedanken über Alternativen zur geplanten billigsten Entsorgungsvariante zu machen, versucht man in der gewohnten konzerntypischer Argumentation und einem Hochglanzprospekt nur die Interessen und Gewinne des Konzerns zu sichern. Unsere verantwortlichen Politiker sollten gerade diesen Versuch von K+S zum Anlass nehmen, der derzeit landesüblichen Volksverdummung der Industrie (Gas, Benzin, Energie, Strom u.v.m…) entgegen zu treten, sich den Protesten der Bürger anzuschließen und sich jetzt erst recht massivst und absehbar für eine saubere Werra im Werratal einzusetzen. Das Erfreulichste an dem Hochglanzprospekt aber ist, dass nun viel mehr Menschen wissen was K+S vorhat und jeder Mensch mit einem gesunden Menschenverstand weiß, dass es nicht gut ist über 700 Jahre Salz in einen Süßwasserfluß zu kippen.

Stefan Heuckeroth-Hartmann

Leserbrief zum Artikel von Herrn MdB Roth

Es ist schon nachvollziehbar, dass der Wahlkreisabgeordnete Roth bemüht ist, K+S zu unterstützen. Dennoch ist seine Nibelungentreue nicht verständlich, nachdem der K+S Konzern gemäß dem Zitat von Bernhard Vogel, „hier zeigt der Kapitalismus seine wahres Gesicht“, sich nur auf aus Kriegszeiten stützende Sonderregelungen berufend, die Werra und Weser auf Jahrhunderte verschmutzen will. Erschütternd für mich ist die Ignoranz, dass Herrn Roth sich der Argumente eines gewinnoptimierenden Konzerns bedient und dafür die Vernichtung von Arbeitsplätzen und eine massive Umweltzerstörung im Werra/Wesertal akzeptiert. Es klingt schon sehr zynisch, dass ein Abgeordneter im Jahr 2006 in Deutschland zum Besten gibt, dass es doch für die Natur besser ist, wenn die Umweltverschmutzung gleichmäßig ist und die noch vorhandenen Fische nicht den ständigen Schwankungen der Wasserqualität ausgesetzt sind.

Wenn man jetzt schon die Auswirkungen der Werraverschmutzungen auf eine Einleitungszeit von 1000 Jahren kapitalisiert, dann steht dass schon jetzt in keinem Verhältnis zu den vermeintlich zu sichernden ca. 700 Arbeitsplätzen bei K+S in Neuhof. Noch unberücksichtigt hierbei sind die den Bürgern entstehenden Kosten, wenn wir bei zunehmender Wasserknappheit aus dem Boden kein Trinkwasser sondern nur noch wie am Oberrhein, Salzwasser pumpen. Auch vor dem Hintergrund, dass durch die weitere Aktivierung der betroffenen Bürgern entlang der Werra, die Verschleierungstaktik von K+S und der Politik über das wahre Ausmaß der nachhaltigen Umweltverschmutzungen nicht mehr funktionieren wird, hat sich Herr Roth mit seinem Beitrag keinen Gefallen getan.

Es entspricht nicht gerade sozialdemokratischer Grundsätze, Konzerninteressen unter dem Deckmantel von Arbeitsplatzsicherung über die Lebensqualität einer ganzen, von den Umweltverschmutzungen, betroffenen Region zu stellen. Gerade von einem sozialdemokratischen Abgeordneten hätte ich Anbetracht der dreistelligen Millionengewinne des Konzerns erwartet, dass er sich vornehmlich für die Gesundheit der Mitarbeiter von K+S und der Durchsetzung umweltverträglicher und nicht der für den Konzern billigsten Entsorgungslösung einsetzt.

Stefan Heuckeroth-Hartmann

Ein Besen für Merkel

Es ist schön zu sehen, dass die EU-Ratspräsidentin den Finger hebt und die Europäer zu mehr Umweltbewusstsein aufruft. Dennoch kann sich die Bürgerinitiative Rettet die Werra des Eindrucks nicht erwehren, dass dieser Fingerzeig dazu dient, sich zu profilieren. Die gestenreiche Rede erscheint uns als nicht glaubwürdig. Vor wenigen Wochen gab es eine Anfrage im deutschen Bundestag zur Werraversalzung und auf die Fragen eines Abgeordneten gab es die konzernüblichen Antworten, dass die stete Belastung der Werra ja besser sei als eine Reduzierung der Salzfrachten. Die Werra, als Quellfluß der Weser im Herzen Deutschlands, soll für die nächsten Jahrhunderte zur Entsorgung von Salzlaugeabfällen aus der Kaliproduktion bei Fulda herhalten. Wie lapidar die Jahrhunderte lange Einleitung von mehreren Millionen Tonnen Salzlauge im Jahr in einen Süßwasserfluß gerechtfertigt wird, erschüttert die betroffenen Anwohner an Werra und Weser. Ob hinter ihrer Rede in Davos auch Herz und Überzeugung steckt werden wir an ihrer Haltung zur geplanten Salzlaugeneinleitung in die Werra zu bewerten wissen. Um ihrer Überzeugung Nachdruck zu verleihen, könnte sie ihren Parteikameraden Koch in Wiesbaden anrufen und ihn auffordern im Interesse eines nachhaltigen Umweltschutzes die Genehmigung zur Salzeinleitung in die Werra zu widerrufen. Geschieht diesbezüglich nichts, so könnte es passieren, dass aus dem flehentlichen Aufruf an die Staatengemeinschaft zum Umwelt und Klimaschutz ein Bumerang wird. Wenn die zu mehr Umweltbewusstsein aufgeforderten Politiker unserer Nachbarländer die Ignoranz der hessischen Landesregierung und die föderale Ohnmacht der Bundesregierung gegenüber der Werraverschmutzung erfahren, so wird man ihr mehr als einen Besen schenken um vor der eigenen Haustür zu kehren. Angesichts dessen, dass seitens der verantwortlichen Politiker in Hessen noch der sonore Einklang mit den ökonomischen Interessen des K&S Konzerns besteht, so ist die Flammrede von Frau Merkel in Davos für die betroffenen Bürger an Werra und Weser nichts anderes als populistisches Kirmesgeschwätz.

Stefan Heuckeroth-Hartmann, Bad Sooden-Allendorf

Salz in der Werra

Dass Kali & Salz, bedingt durch den wachsenden Protest von Bürgern, Verbänden und Gemeinden versucht seine Verbündeten zu mobilisieren um seine Konzerninteressen durchzusetzen ist verständlich. Dass aber das Regierungspräsidium in Kassel immer noch in fast sizilianisch anmutender Loyalität zu K &S, versucht ist, den gegen die geplanten Umweltsünden Protestierenden ein schlechtes Gewissen zu machen schreit zum Himmel. Gerade nach den letzten Hinweisen auch aus Landtagskreisen, dass die derzeitige Genehmigung auf falschen Zahlen beruhen könnte, will man wohl übersehen. Im Jahr 2003 hat u. a. das Regierungspräsidium Kassel maßgeblich daran mitgewirkt, dass u. a. der Fischereiverband seinen Protest und seine Bedenken gegen die geplante Pipeline nicht fristgerecht einbringen konnte. Nun will man seitens des RP wieder dem Bürger ein schlechtes Gewissen machen, indem man auf mögliche Schadensersatzforderungen von Kali & Salz verweist. Warum verschweigt Herr Weber vom RP, dass K&S zweifelsfrei keinerlei Schadensersatzansprüche hätte, wenn die befristeten Genehmigungen über das Jahr 2012 nicht verlängert werden. An dieser Stelle müsste sich eine hoffentlich in unserem Land noch existierende Dienstaufsicht das Regierungspräsidium einmal zur Brust nehmen, denn nicht wir Bürger sondern das Regierungspräsidium Kassel hat hier in der Vergangenheit dubiose Genehmigungen erteilt, die wahrscheinlich auf falschen Angaben beruhten, oder war es fachliches Unvermögen? Hätte das Regierungspräsidium den Worten von Herrn Trittin besser zugehört, so hätte ihnen der Hinweis in der Wasserrahmenrichtlinie auf den “entschädigungslosen Entzug“ einer erteilten Genehmigung nicht entgehen dürfen. Egal wie, sollte man nun versuchen die Angelegenheit wieder auf Kosten der Bürger zu regeln, so sollte man doch einen Staatsanwalt in die Angelegenheit mit einbinden. Würden unsere verantwortlichen Politiker heute unwiderruflich erklären, dass ab 2012 die wie auch immer zustande gekommenen Genehmigungen nicht verlängert werden, und der Bau der Pipeline nicht erfolgt, so hat K & S genug Zeit seine Millionengewinne für Alternativen zur Salzentsorgung einzusetzen und das RP müsste keine unbegründeten Schadenser-satzforderungen fürchten, die sowieso nicht aus ihren Pensionen beglichen, sondern von Steuergeldern gezahlt werden würden. Ein Betrachter der Machenschaften in Kassel wünscht sich, dass das Schutzbedürfnis des Regierungspräsidiums Kassel für die wirtschaftlichen Interessen des K& S Konzerns auch einmal den betroffenen Bürgern zuteil wird.

Stefan Heuckeroth-Hartmann, Bad Sooden-Allendorf

Email von Herrn Köhler

Gegen die weitere Einleitung von Kalirückständen in die Werra melde ich erhebliche Bedenken an.

Begründung:

  • In den letzten Jahren , Jahrzehnten haben wir erfahren müssen, dass viele Chemikalien, die als Gefahrstoffe deklariert sind, z.B. giftig, umweltschädigend, sensibilisierend, mutagen, usw. sich in Gewässern, Schlamm von Gewässern, also auch Flussschlamm sowie in Fauna Flora anreichern und so zu einer Gefahr werden. Solche Stoffe sind auch in den Abwassern der Kaliindustrie vorhanden. Die Indirekteinleiterverordnung berücksichtigt zwar durch die„Erlaubte Mengen“, bzw. erlaubten Konzentrationen“ oder „erlaubte Jahresfrachten“ die Gefährlichkeit von Abwasserinhaltsstoffen, das schließt aber mögliche Gefahren durch die mögliche Anreicherung nicht aus.
    Der jüngste Bericht über die Wasserverschmutzung, Stichwort PFT, zeigt, das immer wieder Unwägbarkeiten eintreten können;, zwar gab es in diesem Fall keine Erlaubnis, aber der Stoff steht stellvertretend für viele andere Schadstoffe.
    EDTA bzw. TAED eine Komponente zur Wasserenthärtung in Waschmitteln, Duschgels, etc. ist heute in solchen Konzentrationen in vielen Gewässern vorhanden, das der Verband der Wasserversorger durch mögliche Gefahren durch diesen Stoff warnt und eine Reduzierung, fordert. Siehe dazu auch Anlage 1 Seiten 1-3. Etliche der dort genannten Stoffe, die auch zum Einsatz gelangen (siehe letzter Absatz Seite 3 der Anlage 1, sind meines Wissens noch nicht in der Gesetzgebung erfasst, d.h. die „Erlaubnis zur Einleitung, sprich Indirekteinleiterverordnung sowie das Abwasserabgabengesetz u. a. Gesetze berücksichtigen diese Stoffe nicht oder nicht in vollem Umfang. 
     
  • Bekannterweise müssen viele Menschen Trinkwasser genießen, das aus Flusswasser oder Uferfiltrat gewonnen wird. Bei diesen Aufbereitungsverfahren ist nicht gewährleistet, dass alle schädigenden Stoffe abgetrennt werden. So werden beispielsweise aus Phenolen, durch Chlorung Chlorphenol, bzw. Chlorkresole. Phenole und Kresole sind aromatische Kohlenwasserstoffe die in Solvatations- und Flotationsverfahren eingesetzt werden und somit in das „Haldenwasser“-, bzw. Abwasser der Kalisalzgewinnung gelangen. Auch eine Vorbehandlung dieses Abwassers reicht m. E. nicht aus um die genannten Stoffe zu entfernen. Dazu kommen noch möglicherweise polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe sog. PAK und vielleicht auch die Problemsubstanzgruppe(n) AOX..
    Sollten diese Stoffe in „erlaubten Konzentrationen“ im „Salzwasser“ der Pipeline enthalten sein, ist zu bedenken, dass sich diese genannten Gefahrstoffe in Mikroorganismen, Pflanzen, Tieren anreichern und somit eine Gefährdung für Fauna und Lebewesen sind.
  • Eine geplante Betriebsdauer von 700 Jahren ist meines Erachtens durch das Unternehmen nicht sicherzustellen. Letztlich besteht die Gefahr einer Finanzierung aus öffentlichen Mitteln. Bis dato ist keine Abbaustätte bekannt, die seit 700 Jahren ständig betrieben wurde und/oder vom Staat erhalten wurde. Selbst heute weiß man vielerorts nicht mehr wo Altlasten lagern, geschweige denn wo Kampfmittel, Blindgängerbomben liegen und das ist „erst“ 60-65 Jahre her.
  • Der von der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie geforderte gute Zustand aller Gewässer ist für die Werra bei einer zusätzlichen Einleitung von geplanten 500.000 m³ salzhaltiger Lauge jährlich durch die Kali & Salz AG nicht zu erreichen.
  • Der zusätzliche Eintrag von Salzlauge widerspricht trotz der Salzlaststeuerung dem Verschlechterungsverbot, da mehr umweltschädliche Stoffe in die Werra eingeleitet werden. Jeder, der in natürliche Gewässer einleitet, unterliegt diesem „Verschlechterungsgebot“. Sollte die Einleitung der Kaliabwässer erlaubt werden, würde dies u. U. ein Präzedenzfall schaffen. Jede Kommune und oder jeder Betrieb könnte sich auf die „Sondererlaubnis“ der Kaliindustrie berufen und verlangen mehr „Schmutzwasser „ einzuleiten bzw. eine Verschlechterung des natürlichen Wassers verlangen – auch unter Berufung auf den Erhalt von Arbeitsplätzen berufen.
  • Der Grenzwert von 2.500 mg Salz pro Liter Wasser stammt aus dem Jahre 1942 und entspricht somit längst nicht mehr dem Stand modernen Gewässerschutzes. Durch das Bauvorhaben ließe sich dieser Grenzwert langfristig nicht verringern.
  • Ein erhöhter Salzgehalt beeinträchtigt die naturverträgliche, nachhaltige Nutzung der Werra für Zwecke der Naherholung, Fischerei, Sport und Tourismus sowie die Qualität des Trinkwassers in den anliegenden Gemeinden.
  • Eine weitere Belastung der Werra – und Weserauen beeinträchtigt die künftig notwendigen Trinkwasserressourcen und die Kosten für eine Trinkwasserbereitung wie am Oberrhein, belasten die Bürger und die Allgemeinheit. Die Mühlheimer Wasserwerke (Ruhr) müssen erheblichen technologischen Aufwand betreiben um aus dem Flusswasser Trinkwasser herzustellen, Sandfiltration, Ozonisierung, Ab- und Adsorption mittels spezieller Aktivkohle , Chlorung und ggf. Neutralisation. Entsprechend der Trinkwasserverordnung erden die „Grenzwerte“ für „Chemische Stoffe“ u.a zwar eingehalten, aber, – was sich davon wiederum in Menschen und Pflanzen anreichert und wie viel, ist nicht geklärt. Dieser Gefahr wären die Menschen die aufbereitete Werra- oder Weserwasser nutzen müssten ebenfalls ausgesetzt. Damit steht die Gesundheit hunderttausender Menschen gegen die wenigen Arbeitsplätze der Kaliindustrie. Was ist wohl höher vom Gesetzgeber zu bewerten???
  • Die Bedeutung der erhöhten Salzfracht für die Flussauen ist nicht geklärt.

 

Zu beachten ist, dass die Industrie gerne „harmlose“ Begriffe verwendet, in diesem Fall (Bei der Flotation, ESTA) spricht man von Drückern und Schäumern, (siehe Anlage 1) gesprochen, dabei „verstecken“ sich hinter diesen Begriffen Chemikalien, die als Gefahrstoffe deklariert sind. Demgegenüber stehen die Erläuterungen der eingesetzten Stoffe (siehe Anlage 1) mit ihren chemischen Bezeichnungen..
Aus rechtlichen Gründen dieser Hinweis: 

Für die Nutzung der Links übernehme ich keine Haftung. Ich erkläre dass ich mich mit den dort angegeben Aussagen nicht identifizieren und mich davon distanziere.

Beispiel für Erklärung der Industrie siehe Anlage 2 und diese Links 
http://www.kali-gmbh.com/profil/produktion-heissloese.cfm

http://www.kali-gmbh.com/profil/produktion-flotation.cfm

 

Für alle Chemikalien gibt es „Sicherheitsdatenblätter“ die beispielsweise bei einem Chemikalienhandel wie Merck unter abrufbar sind.

http://de.vwr.com/app/Home

http://de.vwr.com/app/search/Search

weitere Links

http://www.chemieonline.de/forum/showthread.php?t=3931

Anlage 2

http://www.erista.de/german/produkte/systemanlagen/heissflotation/heissflotation.html