Leserbrief zum Artikel von Herrn MdB Roth

Es ist schon nachvollziehbar, dass der Wahlkreisabgeordnete Roth bemüht ist, K+S zu unterstützen. Dennoch ist seine Nibelungentreue nicht verständlich, nachdem der K+S Konzern gemäß dem Zitat von Bernhard Vogel, „hier zeigt der Kapitalismus seine wahres Gesicht“, sich nur auf aus Kriegszeiten stützende Sonderregelungen berufend, die Werra und Weser auf Jahrhunderte verschmutzen will. Erschütternd für mich ist die Ignoranz, dass Herrn Roth sich der Argumente eines gewinnoptimierenden Konzerns bedient und dafür die Vernichtung von Arbeitsplätzen und eine massive Umweltzerstörung im Werra/Wesertal akzeptiert. Es klingt schon sehr zynisch, dass ein Abgeordneter im Jahr 2006 in Deutschland zum Besten gibt, dass es doch für die Natur besser ist, wenn die Umweltverschmutzung gleichmäßig ist und die noch vorhandenen Fische nicht den ständigen Schwankungen der Wasserqualität ausgesetzt sind.

Wenn man jetzt schon die Auswirkungen der Werraverschmutzungen auf eine Einleitungszeit von 1000 Jahren kapitalisiert, dann steht dass schon jetzt in keinem Verhältnis zu den vermeintlich zu sichernden ca. 700 Arbeitsplätzen bei K+S in Neuhof. Noch unberücksichtigt hierbei sind die den Bürgern entstehenden Kosten, wenn wir bei zunehmender Wasserknappheit aus dem Boden kein Trinkwasser sondern nur noch wie am Oberrhein, Salzwasser pumpen. Auch vor dem Hintergrund, dass durch die weitere Aktivierung der betroffenen Bürgern entlang der Werra, die Verschleierungstaktik von K+S und der Politik über das wahre Ausmaß der nachhaltigen Umweltverschmutzungen nicht mehr funktionieren wird, hat sich Herr Roth mit seinem Beitrag keinen Gefallen getan.

Es entspricht nicht gerade sozialdemokratischer Grundsätze, Konzerninteressen unter dem Deckmantel von Arbeitsplatzsicherung über die Lebensqualität einer ganzen, von den Umweltverschmutzungen, betroffenen Region zu stellen. Gerade von einem sozialdemokratischen Abgeordneten hätte ich Anbetracht der dreistelligen Millionengewinne des Konzerns erwartet, dass er sich vornehmlich für die Gesundheit der Mitarbeiter von K+S und der Durchsetzung umweltverträglicher und nicht der für den Konzern billigsten Entsorgungslösung einsetzt.

Stefan Heuckeroth-Hartmann

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