Email von Herrn Köhler

Gegen die weitere Einleitung von Kalirückständen in die Werra melde ich erhebliche Bedenken an.

Begründung:

  • In den letzten Jahren , Jahrzehnten haben wir erfahren müssen, dass viele Chemikalien, die als Gefahrstoffe deklariert sind, z.B. giftig, umweltschädigend, sensibilisierend, mutagen, usw. sich in Gewässern, Schlamm von Gewässern, also auch Flussschlamm sowie in Fauna Flora anreichern und so zu einer Gefahr werden. Solche Stoffe sind auch in den Abwassern der Kaliindustrie vorhanden. Die Indirekteinleiterverordnung berücksichtigt zwar durch die„Erlaubte Mengen“, bzw. erlaubten Konzentrationen“ oder „erlaubte Jahresfrachten“ die Gefährlichkeit von Abwasserinhaltsstoffen, das schließt aber mögliche Gefahren durch die mögliche Anreicherung nicht aus.
    Der jüngste Bericht über die Wasserverschmutzung, Stichwort PFT, zeigt, das immer wieder Unwägbarkeiten eintreten können;, zwar gab es in diesem Fall keine Erlaubnis, aber der Stoff steht stellvertretend für viele andere Schadstoffe.
    EDTA bzw. TAED eine Komponente zur Wasserenthärtung in Waschmitteln, Duschgels, etc. ist heute in solchen Konzentrationen in vielen Gewässern vorhanden, das der Verband der Wasserversorger durch mögliche Gefahren durch diesen Stoff warnt und eine Reduzierung, fordert. Siehe dazu auch Anlage 1 Seiten 1-3. Etliche der dort genannten Stoffe, die auch zum Einsatz gelangen (siehe letzter Absatz Seite 3 der Anlage 1, sind meines Wissens noch nicht in der Gesetzgebung erfasst, d.h. die „Erlaubnis zur Einleitung, sprich Indirekteinleiterverordnung sowie das Abwasserabgabengesetz u. a. Gesetze berücksichtigen diese Stoffe nicht oder nicht in vollem Umfang. 
     
  • Bekannterweise müssen viele Menschen Trinkwasser genießen, das aus Flusswasser oder Uferfiltrat gewonnen wird. Bei diesen Aufbereitungsverfahren ist nicht gewährleistet, dass alle schädigenden Stoffe abgetrennt werden. So werden beispielsweise aus Phenolen, durch Chlorung Chlorphenol, bzw. Chlorkresole. Phenole und Kresole sind aromatische Kohlenwasserstoffe die in Solvatations- und Flotationsverfahren eingesetzt werden und somit in das „Haldenwasser“-, bzw. Abwasser der Kalisalzgewinnung gelangen. Auch eine Vorbehandlung dieses Abwassers reicht m. E. nicht aus um die genannten Stoffe zu entfernen. Dazu kommen noch möglicherweise polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe sog. PAK und vielleicht auch die Problemsubstanzgruppe(n) AOX..
    Sollten diese Stoffe in „erlaubten Konzentrationen“ im „Salzwasser“ der Pipeline enthalten sein, ist zu bedenken, dass sich diese genannten Gefahrstoffe in Mikroorganismen, Pflanzen, Tieren anreichern und somit eine Gefährdung für Fauna und Lebewesen sind.
  • Eine geplante Betriebsdauer von 700 Jahren ist meines Erachtens durch das Unternehmen nicht sicherzustellen. Letztlich besteht die Gefahr einer Finanzierung aus öffentlichen Mitteln. Bis dato ist keine Abbaustätte bekannt, die seit 700 Jahren ständig betrieben wurde und/oder vom Staat erhalten wurde. Selbst heute weiß man vielerorts nicht mehr wo Altlasten lagern, geschweige denn wo Kampfmittel, Blindgängerbomben liegen und das ist „erst“ 60-65 Jahre her.
  • Der von der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie geforderte gute Zustand aller Gewässer ist für die Werra bei einer zusätzlichen Einleitung von geplanten 500.000 m³ salzhaltiger Lauge jährlich durch die Kali & Salz AG nicht zu erreichen.
  • Der zusätzliche Eintrag von Salzlauge widerspricht trotz der Salzlaststeuerung dem Verschlechterungsverbot, da mehr umweltschädliche Stoffe in die Werra eingeleitet werden. Jeder, der in natürliche Gewässer einleitet, unterliegt diesem „Verschlechterungsgebot“. Sollte die Einleitung der Kaliabwässer erlaubt werden, würde dies u. U. ein Präzedenzfall schaffen. Jede Kommune und oder jeder Betrieb könnte sich auf die „Sondererlaubnis“ der Kaliindustrie berufen und verlangen mehr „Schmutzwasser „ einzuleiten bzw. eine Verschlechterung des natürlichen Wassers verlangen – auch unter Berufung auf den Erhalt von Arbeitsplätzen berufen.
  • Der Grenzwert von 2.500 mg Salz pro Liter Wasser stammt aus dem Jahre 1942 und entspricht somit längst nicht mehr dem Stand modernen Gewässerschutzes. Durch das Bauvorhaben ließe sich dieser Grenzwert langfristig nicht verringern.
  • Ein erhöhter Salzgehalt beeinträchtigt die naturverträgliche, nachhaltige Nutzung der Werra für Zwecke der Naherholung, Fischerei, Sport und Tourismus sowie die Qualität des Trinkwassers in den anliegenden Gemeinden.
  • Eine weitere Belastung der Werra – und Weserauen beeinträchtigt die künftig notwendigen Trinkwasserressourcen und die Kosten für eine Trinkwasserbereitung wie am Oberrhein, belasten die Bürger und die Allgemeinheit. Die Mühlheimer Wasserwerke (Ruhr) müssen erheblichen technologischen Aufwand betreiben um aus dem Flusswasser Trinkwasser herzustellen, Sandfiltration, Ozonisierung, Ab- und Adsorption mittels spezieller Aktivkohle , Chlorung und ggf. Neutralisation. Entsprechend der Trinkwasserverordnung erden die „Grenzwerte“ für „Chemische Stoffe“ u.a zwar eingehalten, aber, – was sich davon wiederum in Menschen und Pflanzen anreichert und wie viel, ist nicht geklärt. Dieser Gefahr wären die Menschen die aufbereitete Werra- oder Weserwasser nutzen müssten ebenfalls ausgesetzt. Damit steht die Gesundheit hunderttausender Menschen gegen die wenigen Arbeitsplätze der Kaliindustrie. Was ist wohl höher vom Gesetzgeber zu bewerten???
  • Die Bedeutung der erhöhten Salzfracht für die Flussauen ist nicht geklärt.

 

Zu beachten ist, dass die Industrie gerne „harmlose“ Begriffe verwendet, in diesem Fall (Bei der Flotation, ESTA) spricht man von Drückern und Schäumern, (siehe Anlage 1) gesprochen, dabei „verstecken“ sich hinter diesen Begriffen Chemikalien, die als Gefahrstoffe deklariert sind. Demgegenüber stehen die Erläuterungen der eingesetzten Stoffe (siehe Anlage 1) mit ihren chemischen Bezeichnungen..
Aus rechtlichen Gründen dieser Hinweis: 

Für die Nutzung der Links übernehme ich keine Haftung. Ich erkläre dass ich mich mit den dort angegeben Aussagen nicht identifizieren und mich davon distanziere.

Beispiel für Erklärung der Industrie siehe Anlage 2 und diese Links 
http://www.kali-gmbh.com/profil/produktion-heissloese.cfm

http://www.kali-gmbh.com/profil/produktion-flotation.cfm

 

Für alle Chemikalien gibt es „Sicherheitsdatenblätter“ die beispielsweise bei einem Chemikalienhandel wie Merck unter abrufbar sind.

http://de.vwr.com/app/Home

http://de.vwr.com/app/search/Search

weitere Links

http://www.chemieonline.de/forum/showthread.php?t=3931

Anlage 2

http://www.erista.de/german/produkte/systemanlagen/heissflotation/heissflotation.html

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